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Accessoires

Pater Noster

Beim Paternoster handelt es sich um die Vorform des geschlossenen Rosenkranzes, welcher gegen Ende des 14. Jh. zunehmend verbreitet war. Der Paternoster selbst ist eine Schnur, an der eine beliebige Anzahl von Perlen aus Knochen, Holz, Koralle oder Edelsteinen gefädelt wurde. Der Paternoster als auch Rosenkranz waren ein Zeichen von Frömmigkeit, wurde vom weiblichen Geschlecht aber gleichzeitig gerne dazu benutzt ihren Reichtum zur Schau zu stellen.

Heinrich der Teichner:

„… der pater noster ist nicht peliben / alls in selb gemacht hat / wann die fraw gen kirchen hat / so mess der pater noster verporgen / er ist ipeleich uber zogen / mit gestein und mit ander ding / …/ soist das all ir sin und fleiss / das nur die pater noster gleiss / fuer die andern verr und weyt / also prangens wider streit / …“ (C, 109b, 50-55; 69-72)

Im Nürnberger Satzungsbuch III/C von 1315 – 1360 (bearb. W.Schultheiss) heißt es hierzu: “ez sol kain burger…… noch kainerlay paternoster tragen, daz uber zwelf haller wert sei, und sol auch den uber den ars niht hahen, er sol in vorn an der seiten tragen, als man von alter her getan hat”.

Gürtel:

Die Hauptfunktion des Gürtels ist als Trägerelement von Objekten definiert. An ihn konnte alles angehängt werden, was der Träger mit sich tragen musste: Messer, Almosenbeutel, Taschen, uvm.

Gefertigt wurde der Gürtel meistens aus naturfarbenem oder – wie im Spätmittelalter auch sehr beliebt – bunt gefärbtem Leder oder gewebten Seidenborten, gerne auch mit einfacheren oder aufwendigeren Metallbeschlägen oder Stickereien (vgl. z.B. Schleswigfunde)  versehen.

Zur möglichen Farbigkeit eines Gürtels (es geht aus dem Gedicht leider nicht hervor ob es sich hierbei um einen Leder- oder gewobenen Gürtel handelt) beschreibt Heinrich von Neustadt in seinem Apollonius von Tyrlant (um 1312 spätestens):

„Ir gurtel den sie umb drug, 
er waz kosper und kluͦg, 
Von liehter varwe manigfalt 
Als der regenboge gestalt.“ (v. 313-316)

Heinrich von Langenstein:

„Under ander menschlicher zierd, die verpoten ist, sind beslagen gürtel riemein oder seidein besunderleich zu meiden und zu straffen … item man pint ein sakch der gutz getrait vol ist mit einem striklein daz man umb ein helbling chauft. Davon ist ein grosse torhait daz manzu dem sack des leibs der vol unsauberhait ist gen seidene riemeine gürtel sicht die mit gold oder silber geslagen sind.“ (Hs. Nat. Bibl. Nr. 2997, „Von hochfart der gürtel, 78b)

Suchenwirth zufolge wurde der Gürtel im 14. Jh. von Frauen vorwiegend knapp unter der Brust getragen, wie man es auch auf vielen italienischen Abbildungen sieht, mit dem 3. Viertel des 14. Jh. herum senkte sich die Gürtelmode und betonte zunehmend die Hüften. Auffällig ist, dass der Gürtel immer nur über dem Rock getragen wird. Das Suckl ist in der Regel ungegürtet, weshalb man sich bisweilen mit Eingriffsschlitzen im Rockteil behalf, um an den Gürtel darunter zu gelangen.

Kleines Messer

Schürze

Die Schürze diente damals wie heute dem Schutz der Kleidung. Ob wie im englischen Lutrellpsalter plissiert oder in einfacher Form um die Hüfte gebunden oder aber auch mit einem Fürspan mittig an der Brust befestigt (meist bei sehr schmutzigen Arbeiten, wie Kochen, Schmieden,…), hing sehr wahrscheinlich vom Zweck und persönlichen Geschmack ab. Als Material diente in der Regel (gebleichtes) Leinen.

Schuhe

Die Schuhmode in Österreich ist mit der Schuhmode in Gesamteuropa der damaligen Zeit eng verwandt, wie z.B. Konstanz, Lengberg, Klosterneuburg, London, Schleswig etc.

Für die Schnabelschuhe lässt sich ein Aufkommen für die Mode in Österreich um die Zeit um 1350 anhand einem Gedicht über des Leders Teuerung als Folge des dafür notwendigen Materialbedarfs vom Teichner belegen – die Limburger Chronik vermeldet diese Modetorheit in diesem Jahr in einem dem Teichner sehr ähnlichen Eintrag zu „neuwe kleidung“.

„Waz der rok hat abeganc, alsvil ist der schuoch zu lanc und diu spitze an den schuohen vorn, als diu krumpen widders horn … als die storken habent gank ist ir gank und ir gebaer“ (Teichner, C 179 b vgl. Karajan, Otto)

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