Unsere Seite funktioniert leider erst ab einer Auflösung von 1024x768 Pixel.

Zur mobilen Version wechseln

English Version

Kleiner Stadtführer ins mittelalterliche Wien

Ich ließ mich von einem netten Video unseres Szenekollegen Arnulf – das Schandmaul inspirieren zu einem Post für alle, die in Wien interessiert am Mittelalter sind und die wenigen Sehenswürdigkeiten des mittelalterlichen Wiens einmal genauer inspizieren wollen.

Leider gibt es in Wien keine große Leidenschaft für mittelalterliche Geschichte in der Museumslandschaft. Neben einer großen Antikensammlung und einem Römermuseum und dem Ephesosmuseum fehlt leider eine große mittelalterliche Ausstellung völlig. Aber mit etwas Zeit und viel Interesse lässt sich auch hier einiges an Kulturschätzen besichtigen.

Bitte beachtet auch unsere Tipps für Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Wien.

  • Wien Museum am Karlsplatz: DIE Anlaufstelle in Wien, wenn es um Ausstellungsstücke aus dem gesamten Mittelalter geht. Leider ist die Sammlung klein, aber dennoch sehenswert. Der Museumsshop ist sehr gut ausgestattet.
  • Zum oben genannten gehört auch die Virgilkapelle unter der Ubahnstation Stephansplatz, ein Juwel hochmittelalterlicher Baukunst und ebenso einige Ausstellungsstücke in der begleitenden Räumlichkeit
  • Wenn man dann schon am Stephansdom ist, so ist dieser selbst natürlich absolut sehenswert für Fans gotischer Architektur und Bildhauerkunst. Besonderes Augenmerk bitten wir auf die wunderschönen Fenster des Altarraums zu lenken sowie die Statuen an der Außenfassade. Auch eine Tour der Katakomben oder der Türme zahlt sich aus.
  • Im Stephansdom findet sich – leider viel zu wenig beachtet – der Domschatz, der einige mittelalterliche Schätze beinhaltet wie zB das Portrait Rudolfs des IV, einige Preziosen, Textilien und Gemälde
  • Auch gleich in der Nähe befindet sich die Schatzkammer des Deutschen Ordens, die so einiges an wertvollen mittelalterlichen Gegenständen beinhaltet.
  • Eine kleine aber feine Sammlung an Malerei aus dem 15. Jahrhundert und Bildhauerkunst aus Hoch- und Spätmittelalter beherbergt der Prunkstall des Belvedere, das sich auch mit seinen moderneren Werken immer für einen Besuch lohnt. Leider herrscht hier absolutes Fotografierverbot und detaillierte Publikationen sucht man im Museumsshop vergeblich.
  • In der Innenstadt, etwas versteckt findet sich die Kirche Maria am Gestade, die leider außen nur noch neugotische Verzierungen, innen aber noch so manchen originalen Schatz zu bieten hat. Es empfiehlt sich, sich zuvor genau zu informieren, wo es sich um Neuschöpfungen und wo um Originale handelt.
  • In der Michaelerkirche neben dem Haupteingang der Hofburg finden sich im rechten und hinteren Bereich noch einige Originalfresken aus dem Mittelalter
  • Die Minoritenkirche hinter dem Burgtheater ist leider auch nur noch in Teilen gotisch, hat aber einen bestechenden Look mit der bräunlichen Sandsteinfassade.
  • Einer der mittelalterlichen Schätze Wiens sind definitiv die Neidhart Fresken in den Tuchlauben. Hier finden sich sehr gut erhaltene Fresken des späten 14ten Jahrhunderts und diese sind etwas ganz besonderes, da es sich dabei um weltliche Malereien handelt.
  • Und weil wir gerade bei Schätzen sind. Nicht nur für Mittelalterfans empfehlenswert ist die Kunstkammer im Kunsthistorischen Museum Wien. An mittelalterlichen Preziosen finden sich hier zB Statuen, Schachbretter, Minnekästchen etc. Leider stellen diese nur den allerkleinsten Teil, jedoch halte ich die Kunstkammer für ein Must-see in Wien, ist sie doch bisher ohne Konkurrenz in der ganzen Welt. Bringt Zeit mit, die Tour ist nicht in 30 Minuten zu schaffen 😉 Im Ticket ist übrigens auch der Eintritt in die anderen Bereiche des Kunsthistorischen Museums inkludiert, die sehr sehenswert sind. Die Gemäldegalerie liefert einige Gemälde aus der Frührenaissance, besonders gut ausgestattet ist auch die Antikensammlung. Und für die mittelalterlich interessierten Herren ist die Hofjagd- und Rüstkammer in der neuen Burg ein Muss!!
  • Wenige Stücke aus dem Mittelalter finden sich auch in der kaiserlichen Schatzkammer in der Hofburg. Erwartet hier vor allem Juwelen und Gold sowie einige kirchliche Schätze der Zeit.
  • Auch im jüdischen Museum am Judenplatz finden sich eine Hand voll mittelalterlicher Fundstücke, unter anderem ein Spiegeletui und ein Spielzeugpferdchen aus Keramik.
  • Im Naturhistorischen Museum (Saal 12) finden sich Fundstücke aus dem Frühmittelalter, das Museum ist auch immer einen Besuch wert!
  • Ein Geheimtipp, den ihr nicht im Touriführer findet, ist das Treppenhaus des Steigenberger Hotel Herrenhof (hinterer Teil des Gebäudes) in der Herrengasse, wo doch tatsächlich einige Vitrinen mit mittelalterlichen Keramiken herumstehen. Auch direkt gegenüber, im Palais Niederösterreich stellt man eine Hand voll Keramiken aus der Zeit aus.
  • Ein leider nicht täglich öffentlich zugänglicher mittelalterlicher Kreuzgang versteckt sich im Dominikanerkloster der Kirche Maria Rotunda, wo noch einige mittelalterliche Fresken erhalten geblieben sind.
  • Für Spaziergänger empfiehlt es sich, einen Abstecher zum Griechenbeisl zu machen, das in einem gotischen Wohnturm untergebracht ist. Gut essen kann man Keller des Gasthaus Apostelkeller aus dem 11. Jahrhundert. Als Wiener muss man auch einmal zur Freyung, wo noch originales Pflaster aus dem 12. Jahrhundert zu sehen ist. Im Heiligenkreuzerhof im ersten Bezirk wurde ein kleines Stück mittelalterliche Mauer freigelassen. Die Fundamente der Wiener Stadtmauer können noch in der Ubahnstation Stubentor und direkt unterhalb der St Ruprechtskirche am Schwedenplatz erhascht werden, in dieser finden sich auch noch einige Überreste ihrer sehr alten Geschichte.

 

Ihr merkt, im letzten Absatz kratze ich schon den Bodensatz der Mittelalterlichen Überreste in Wien zusammen. Viel ist es in der Tat nicht. Früher hätte ich hier auch noch das MAK Wien erwähnt, leider hat man dort allerdings die Abteilung Mittelalter geschlossen. Ich hoffe, bald noch einmal dazu zu kommen, Tagesausflüge ab Wien zusammenzuschreiben, auf denen man mittelalterliche Schätze entdecken kann.

Blick von der Westempore auf den (wegen der Fastenzeit) verhängten Altar

Blick von der Westempore auf den (wegen der Fastenzeit) verhängten Altar des Stephansdoms

 

Überweitere Tipps freue ich mich natürlich sehr, vielleicht wisst ihr ja sogar noch etwas, das ich noch nicht kenne?

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

Benachrichtige mich zu:
wpDiscuz