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Nestelbänder

Die Technik des Nestelns (engl. Fingerloop) war eine beliebte Technik im Mittelalter, besonders des Spätmittelalters. Die meist aus Seiden-, Woll-, oder Leinengarn gefertigten und reißfesten und belastbaren Bänder dienten z.B. als Befestigung von Beinlingen, zum Verschnüren von Kleidern (vgl. Nestellöcher), oder aber auch als dekoratives Element an Beuteln bzw. zum Befestigen am Gürtel.

Bei der Technik wird mit Schlaufen gearbeitet, welche, wie beim Flechten an einem Ende verknotet werden. Es wird allerdings ein Minimum von 5 Schlaufen benötigt, die einfachsten Techniken arbeiten mit einer ungeraden Schlaufenanzahl; bei der Technik des Fadenaustauschs zum Erreichen verschiedenster Muster kamen auch gerade Fadenanzahlen (ab 6 Schlaufen) zum Tragen.
Die Schlaufen werden auf die beiden Hände verteilt und das Muster entsteht durch das in einem regelmäßigen Rhythmus sich wiederholende Durchziehen der einzelnen Schlaufen. Fortgeschrittene Techniken benötigen zur Herstellung breiteter Bände mehr als zwei Hände, und damit logischerweise auch mehrere Personen, zur Fertigung.

Besonders Geübte sind durch das Vertauschen der einzelnen Schlaufen sogar in der Lage, z.B. Buchstaben in die Bänder einzuweben.