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Farblos, farblos, farblos sind alle meine Kleider

Eigentlich war ja mein Projektplan 14tes Jahrhundert so gestaltet, dass ich vor der nächsten Saison erst mal meine Bürgerin fertig mache und euch dann einen knalligfarbigen Luxusrock vor die Füße haue. Bäm!

Leider hat das wegen Lieferschwierigkeiten beim Stoff jetzt doch noch ein Stück nach hinten verschoben werden müssen und da ich nicht noch eine weitere Saison in nur einem einzigen naturbraunen Arbeits-Wollkleid (mit Mottenlöchern) rumrennen wollte und ich das alte naturgraue wegen diversen Schnittfehlern aussortiert hab, hab ich mir jetzt eins zum Wechseln gemacht. Und das wieder in farblos. Nämlich ganz in naturweiß diesmal.

Zu den Bildern:
Inspiration habe ich ja schon seit einiger Zeit gesammelt, weil mich das Thema weiße Kleidung einfach fasziniert hat. Man kann ja auch öfter mal das, was man Anfängern als fixe Regel verkauft, damit sies einfacher haben, ein bissl aufbrechen und Ausnahmen präsentiern.

Grundsätzlich gibt es mehrere Arten weißer Kleidung, zum einen geistliche Kleidung, dann reinweiße Kleidung, die in höheren sozialen Kreisen scheinbar als Abhebung von der Masse verstanden wird und besonders im 15ten öfter abgebildet ist. Und dann eben ganz einfach nur ungefärbter Wollstoff in niedrigen sozialen Ständen, ganz einfach, weil er billig ist.

Hier mal meine Hauptreferenzbilder, die ich dafür heran gezogen hab:

Zum Schnitt:
Vom losen Kleid ohne Taillierung bis zum angepassten, Brust betonenden Kleid in der Mode des 14ten Jahrhunderts sieht man einige Varianten der Kleidung einfacher Stände.

Ich habe mich dann für einen Schnitt nach Herjolfsnes Art entschieden, der seitlich mit den Geren arbeitet, um das Kleid auf Taille zu bringen, aber habe etwas Luft zum Atmen gelassen fürs bequeme Arbeiten.


Bei den Ärmeln habe ich einige Zeit überlegt, mich dann für eine Lösung entschieden mit nur einem Knopf, den ich aufmachen kann, um die Ärmel etwas hochzuschieben bei der Arbeit.

Als Material habe ich wunderbar gewalkten, dünnen weißen Wollköper verwendet. Und ich will ehrlich sein: Die Brennprobe zeigte bei dem Stoff, dass auch Kunststofffasern mit drin sind, was zum Färben ungünstig wäre, für so ein weißes Kleid aber egal ist und weder für Besucher noch mich mit Auge oder Tastsinn ersichtlich. Genäht ist es mit weißem Leinengarn.

 

Und so sieht das Ganze dann aus. Man könnte das Kleid für eine ganze Latte an Zeitstellungen verwenden von 1330-1400, solange man bei einer sehr einfachen Darstellung bleibt. Solche Modelle können auch noch Ende des 14ten im Tacuinum Sanitatis gesehen werden.

Übrigens hier in ganzer Pracht, naturgrau, naturbraun, naturgrau-gestreift, naturweiß. Es wird wirklich Zeit für mehr Farbe, das find sogar ich selbst trostlos. Ich komm mir vor wie ne schlechte Terra X Folge 😀

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