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Schuhrekonstruktion nach den Lengberger Funden

Wenn wir an Schloß Lengberg in Tirol denken, assoziieren wir damit sofort Büstenhalter – doch waren diese aufsehenerregenden Textilien nicht die einzigen Fundobjekte im Zuge der bauarchäologischen Untersuchungen des Mauerwerks während des Umbaus des Schloßes im Sommer 2008: Unter anderem kamen in einer Gewölbezwickelung zahlreiche Lederfragmente, darunter auch 25 relativ gut erhaltene Schuhe, zum Vorschein. Diese sollen in den nächsten Monaten und Jahren (nach unserem letztem Kenntnisstand) untersucht und wissenschaftlich aufgearbeitet werden.

Im Zentrum für alte Kulturen in Innsbruck wurde eine Schuhvitrine mit einigen Funden aufgestellt, ein Foto davon findet ihr hier.

Von den sieben von O. Bauer aufgearbeiteten Schuhfunden sind alle vier Schuhtypen (Halbschuhe, knöchelhoher Schuh mit Schnürsenkeln, knöchelhohe Schuh mit Riemen und Schnallenverschluss, knöchelhoher Schuh mit Knopfverschluss), ausschließlich wendegenähte Modelle, nach typologischen Gesichtspunkten sowie anhand der Lengberger Vergleichsfunde aus der Zwickelfüllung einem Zeitraum von 1350-1450 zuordbar – sowohl in ihrer Verwendungshäufigkeit als auch in der Form der Sohlen und des Oberbaus.

Der von Klaus Oechsler gefertigte Schuh wurde nach dem „Schuh 7“ aus Lengberg rekonstruiert. Das Oberleder besteht, wie im Originalfund, aus vegetabil gegerbtem und aus vier Teilen zusammengesetztem Ziegenleder. Die Sohle wurde aus 5 mm dickem Rindsleder gefertigt. Der Schaft wurde mit einer Schaftrandeinfassung “Konstanz Typ b” nach C. Schnack verstärkt, weiters wurden Fersenkappen, eine einseitige Seitenverstärkung sowie ein umlaufender, mehrteiliger Kether, angebracht.

Oskar Bauer zufolge entspricht der Lengberger Schuh 7 Typ 65 nach O. Goubitz.

schuhe christina bild klaus

Schuhe nach Lengberg Nr. 7; Mit freundlicher Genehmigung von (C) Klaus Oechsler 

 

Literatur:

  • Oskar Bauer, “Sieben Schuhe vom Schloss Lengberg – Ein Einblick in das Schuhmachergewerbe des 14.-15. Jahrhunderts in Osttirol”, Bakkalaureatsarbeit, Tafel 7, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, März 2010.

 

Weiterführende Links:

Projekte und Forschung – Universität Innsbruck

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