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Blog

Neues aus dem mittelalterlichen Wien.

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Nun läuft unser Jüngster bereits eifrig, weshalb es nun an der Zeit wäre, eine Übersicht über seine Ausstattung zu machen …

 

  • 1. Lebensjahr:

Den historischen Quellen zufolge werden Babys im 1. Lebensjahr als gepuckte Säuglinge dargestellt. Pucken konnte alle (mehr …)

Hier unser Veranstaltungsbericht und Fotos

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Lange Zeit wurde das Thema Kindheit im Mittelalter von der Forschung recht stiefmütterlich behandelt. Man schrieb den Menschen der Gotik eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber ihrem eigenen Nachwuchs zu, machte die hohe Kindersterblichkeit gewissermaßen zur Ursache für eine Nichtbeachtung der Kindheit als eigenen Lebensabschnitt. Auch das im 13. und 14. Jahrhundert florierende Ammenwesen schien nach außen hin ein Symptom für die fehlende Zuneigung zu nächsten Generation zu sein.

Die neueste Forschung hingegen hat sich massiv der Aufarbeitung historischer Quellen zum Thema Kindheit zugewandt und zeigt nun ein völlig anderes Bild. Von kirchlichen Ratgebern in Forn von medizinischen Traktaten zur Geburt und Säuglingspflege, über die erstarkte Mittelalterarchäologie, die eine Fülle von Spielzeugen ans Licht bringt, bis hin zu den liebevoll geschriebenen Briefen und Chronikeinträgen aus dem familiären Umfeld des Spätmittalters wird nun ein weitaus realistischeres, von Liebe, Sorge und Zuneigung geprägtes Bild gezeigt.

Schon die Schwangerschaft und die anschließende Geburt ist in zahlreichen Quellen ein damals immer wieder aufgegriffenes Thema – eine Vermengung christlicher Lehren, überliefertem Volks- und Aberglauben sowie einem aufkeimenden wissenschaftlichen Interesse.
Während die Hochgotik noch geprägt von nachbarschaftlich begleiteten Hausgeburten ist, sind mit der beginnenden Spätgotik bereits die professionellen Hebammen bereit in den Vordergrund zu treten, wenngleich diese erst mit dem Ausklingen des 15. Jahrhundert auch Zutritt in die geschlossenen Kreise des medizinischen Wissens der damaligen Zeit erhalten. Allerdings war die Kirche so gezwungen, ihre Lehren in Bezug auf das Thema Schwangerschaft und Geburt immer wieder zu überarbeiten, Richtlinien zu Geburtskomplikationen und Totgeburten zu erlassen und sich auch mit den Phasen der ersten Lebensjahre zu befassen.

Man gliederte die Kindheit, ebenso wie das ganze Leben des Menschen, in unterschiedlichen Phasen und bemühte sich jedem Abschnitt eine entsprechende Förderung zukommen zu lassen. Gerade die kirchlichen Quellen drängen nach einer Förderung der christlichen Werte in jeder Lebensphase und werden so zum Begleiter durch die mittelalterliche Kindheit.

 

All diese Aspekte sollen nun natürlich auch Eingang in die historische Darstellung mittelalterlichen Lebens finden. Da unsere Gruppe, die „Interessensgemeinschaft 14.Jahrhundert in Wien (IG14)“ sich derzeit in der glücklichen Lage befindet Kinder in nahezu allen dieser definierten Kindheitsphasen, vom „Wickelkind bis hin zum Lehrbuben“, zu ihren Mitgliedern zählen zu dürfen, wollen wir das Thema „Kindheit im Mittelalter“ also zu einem Schwerpunktthema unserer Belebung der Bachritterburg Kanzach am 18.-19. Juli 2015 machen.Während unser jüngstes Mitglied also die erste Phase der Kindheit „darstellen“ wird, ausgerüstet mit Repliken der ersten und frühen Kinderspielzeuge und unterstützt durch das historische und moderne Wissen einer Hebamme, setzt sich die Darstellung der Kindheit über die frühe, durch Spiel und persönliche Freiheit geprägte Phase fort und findet im Alter der Heranwachsenden, die bereits in die Welt der Erwachsenen hereinblickenden, ihren Abschluss.Von der Kleidung über die verwendeten und zur Verfügung stehenden Spielzeuge bis hin zu den ersten häuslichen und handwerklichen Aufgaben sollen alle Aspekte der Kindheit in unserer Darstellung einen Platz finden. Die hoffentlich begeisterte und produktive Mitarbeit unserer jüngsten Mitglieder wird zwar erwartet, kann aber natürlich nicht garantiert werden – So wie damals auch.
Weiters wollen wir zeigen, dass das Thema Spiel auch bei den Erwachsenen nie aus dem Fokus der Unterhaltung rückte. Daher wird auch das in zahlreichen historischen Quellen thematisierte sportliche Spiel und das allgegenwärtige Glücksspiel Thema der Belebung sein. 

Über euren Besuch freuen wir uns bereits jetzt!

Wie wir bereits berichtet haben beherbergt der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek aktuell noch bis 3.5. eine Ausstellung zur Geschichte der Uni Wien anlässlich ihres 650jährigem Bestehen. Sie ist damit eine der ältesten Universitäten Europas.

Rotschopf und ich haben vor ca. 2 Wochen die Ausstellung besucht und können für alle Fans des 12.-15. Jh. definitiv eine Empfehlung aussprechen angesichts der sehr schönen Präsentation.

Denn der Hauptfokus liegt ausnahmslos auf dieser Zeitepoche, dh. der inhaltliche Schwerpunkt endet mit dem 16. Jahrhundert. Verschiedene Dokumente und auch einige vereinzelte Realien aus dem universitären Bereich beleuchten die Glanzstunden der Wiener Universität. Nicht nur das Porträts Rudolfs IV. (normalerweise im Domschatz des Stephansdom ausgestellt) wird gezeigt, sondern auch die originale Stiftungsurkunde in dt. und lateinischer Sprache, sowie eine wunderschöne Replik des Grabtuches des Rudolfs IV. (Original ebenfalls im Domschatz von St. Stephan zu besichtigen).

Umrundet wird das ganze mit einer gigantischen Menge an Urkunden zur Universität sowie Handschriften aus dem 10.-16. Jh., der damaligen Zeit entsprechend vorrangig theologischer, medizinischer oder astronomischer Natur.  Einige davon auch aus unserer Zeitstellung und mit netten figürlichen Illustrationen versehen, die auch für uns unbekannt waren (und nun lässt uns das mit der Frage was da wohl noch an „Schätzen“ der Bildkunst auf den nicht sichtbaren Seiten der Wälzer versteckt sein könnte ^^).

Um denjenigen die jedoch nicht die Zeit oder Entfernungsbedingte Möglichkeit haben in der Nationalbibliothek vorbeizusehen haben wir natürlich viele Fotos gemacht. Ihr findet sie HIER.

Auch gibt es einen sehr netten Ausstellungskatalog, Kostenpunkt ca. 40 Euro, mit vielen Großaufnahmen der Urkunden und Bücher, für diejenigen die neugierig auf mehr Informationen sind.

Detailinfos rund um die Ausstellung findet ihr HIER.

Übrigens als kleines Highlight: Für die Besucher gibt es kostenlos A3 Plakate mit einem kompletten farbigem Druck der Stiftungsurkunde zum Mitnehmen in deutsch oder englisch.

 

Lange haben wir die Männer da draussen „diskriminiert“, wie wir heute von einem lieben Bekannten angeklagt wurden, da wir ihnen unseren Videomitschnitt zum damaligen Modul zur Mode der Männer um 1350 auf der Burg Liechtenstein vom 7. Juni 2014 „vorenthalten“ haben.

Gut, ich hab mich an der Nase gepackt, und habe die paar Stunden Ruhepause während Babys Schlaf genützt, um endlich das langausständige Video zusammenzuschneiden.

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DSC_0707_2883Wie bereits vor einigen Wochen berichtet, habe ich mir für dieses Jahr ein stilltaugliches Kleid genähtwelches gottseidankauch trotz definitiv größerer Brustweite als beim Zuschneiden im Herbst noch gut passt.

Einzig die Ärmel werde ich wohl nochmals neu nähen müssen, da die schon vorher eng waren, jetzt aber irgendwie unangenehm sind, aber gut, das ist weiters kein großes Drama!

Heute kamen wir endlich dazu das Kleid jedoch dem eigentlichen Zweck hin auf Praktikabilität zu untersuchen. Als Unterkleid diente eines meiner alten Unterkleider, welches mittig einen Schlitz bis knapp unter der Brust bekam.

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Wie ihr ja wisst bin ich schwanger, inzwischen sogar schon knapp einen Monat vor Entbindungstermin und entsprechend rundlich. Nun war es mehr als an der Zeit mein Stillkleid fertig zu stellen!

Als Material diente grauer Wollstoff, welcher mit naturfarbenem Leinengarn genäht wurde.

 

Quellenlage:

Die Recherche ergab im Vorfeld 4 Varianten bei der Gestaltung eines stilltauglichen Kleides, welche den Abbildungen nach durch fast alle Jahrhunderte offenbar gerne genutzt wurde, hier nur ein Teil der Abbildungen zu dem Thema: (mehr …)

Neues Jahr, neue Wege

24.12.2014 von Firiel in Über uns

Liebe Leser,

2014 war für uns alle ein sehr intensives Jahr – sowohl privat als auch terminlich. Unser gemeinsames Projekt „IG 14. Jhdt in Wien“ hat sich zu einem Verbund entwickelt, in dem unsere Wiener Handwerksleute gut aufgehoben sind und in dem wir mittlerweile auch menschlich fest verankert sind.

Diese Kooperation bescherte uns einige Belebungen auf der Liechtenstein, aber auch zwei Bachritterburg-Veranstaltungen. Kurz: schön, aber auch anstrengend, weshalb wir uns nun alle auf ein eher ruhigeres Jahr 2015 freuen.

Ruhig einerseits deshalb, weil es ab nun wie ihr ja bereits wisst keine Belebungen auf der Liechtenstein mehr geben wird, dh. ein Spielplatz in Wiennähe nun nicht mehr greifbar ist. Wir sind somit wieder auf weniger Veranstaltungen, und damit verbunden auch vorrangig im Ausland aktiv.

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Am Freitag, den 24.10., nahmen Agnes und ich an der Eröffnung des Hainfelder Stadtmuseums teil. Dies war nicht ganz zufällig, sondern hat einen längeren Hintergrund. Vor ca. einem guten halben Jahr wurde ich von der zuständigen Kuratorin Fr. Kowall, angesprochen, ob wir nicht für einen Teil der Ausstellung als Berater unser Sachwissen mit ihr teilen könnten.

Hintergrund dieser Ausstellung war die Neugestaltung des Stadtmuseums, wobei in einem Raum die Geschichte der Stadt vom 12. Jh. bis heute präsentiert werden sollte. Neben den klassischen Exponaten, wie diverseste Urkunden, Fotos, usw., sollte die Stadtgeschichte anhand Menschen, welche in den jeweiligen wichtigen Jahrhunderten der Stadt dokumentiert bzw. prägend waren erläutert werden. Diese Visualisierung sollte in Form kleiner Puppen, von ca. 30 cm Größe, erfolgen.

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Im Zuge unseres Italienurlaubes verbrachten mein Mann und ich zwei Tage in Padua. Die Stadt ist für jeden Mittelalterbegeisterten, v.a. des 14. Jh., einen Besuch wert – die Menge an einzigartigen Fresken ist unglaublich! Der einzige Nachteil: fast alle damit geschmückte Kirchen haben ein striktes Fotoverbot. Einziger Wermutstropfen: die günstigen und schön gestalteten Bildbände, die es in jeder Location zu kaufen gibt.

Eine seltene Ausnahme stellte der „Palazzo della Ragione“ dar. Dieser Palast wurde im 14. Jh. von Giotto komplett ausgemalt – nur um wenige Jahrzehnte danach im Rahmen eines Brandes ziemlich in Mitleidenschaft gezogen zu werden (*damn*). Im Folge des Wiederaufbaus wurde der Palast zwischen 1425 und 1440 neu ausgemalt. Die Fresken sind somit zwar für unsere Zeitstellung nicht mehr unbedingt als Quelle brauchbar, die Dimensionen des Raums und die Thematik der verschiedenen Zünfte und Handwerke der Stadt stellen jedoch eine wunderschöne Sammlung an für ein Handwerk benötigte Objekte bzw. Abläufe dar.

Ich habe versucht möglichst alle Bilder des riesigen Raums zu fotografieren, die Handwerksrelevanten zusätzlich noch im Detail. Da jedoch Blitzverbot war und die Spiegelreflex nach ca. 300 Fotos auch nicht mehr leicht in der Hand liegt, sind die Aufnahmen halt ab und an verwackelt ;)

Viel Spaß beim Durchklicken der Galerie!

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