Blog

Historische Farben

11.05.2016 von Rotschopf in Anleitungen, Malerei

Da die Frage mir in diversen Foren und Facebookgruppen so derart oft unterkommt, habe ich mich aufgemacht, hier ein paar mögliche Mischungen von Farben für die praktische Anwendung im Hobby anzuführen, die historisch belegt oder im Mittelalter nachweislich erhältlich sind.

Bevor ich hier anfange möchte ich noch einmal auf die Literaturtipps und die Verweise auf ganz am Ende des Artikels aufmerksam machen, diese haben mir unheimlich viel beigebracht.

Zu den einzelnen Mischungen: In der Malerei gibt es keine festen Regeln. Jeder Maler findet für seine Anwendungen seine eigenen Mischungsverhältnisse, Rezepturen und für jeden Zweck die richtige Konsistenz für seine Arbeit. Es gilt, sich und das Material auszuprobieren. Lernt die vorgegebenen Mischungen und ihre Eigenschaften kennen und versucht dann selbst, eure Mischungen zu finden.

Vorbereitung der Oberfläche:

Viele Oberflächen (Holz, Papier, Pergament, Leinwand) kann man mit der Anwendung von Gesso vorbereiten auf den Farbauftrag. Gesso kann aus verschiedensten Mischungen bestehen. Meist nutzt man Kreidepulver, weißes Pigment (Bleiweiß) oder Gips und mischt dieses mit Leinöl-Standöl oder Hautleim in viel Wasser gelöst. Die Oberfläche wird dadurch weißer, die Farben darüber brillianter. Und die Farbe erhält einen besseren Untergrund für die Anhaftung.

Liechtenstein M2_2014-04-05_2144__1840_1984 (mehr …)

Neues von der Wandmalerei

13.03.2016 von Rotschopf in Handwerk, Malerei

Ich war mir nicht ganz sicher, ob und wie ich einen weiteren Artikel zu meinen Malereitätigkeiten aufbauen sollte, ich hatte ja schon mal von der Seccomalerei erzählt. Dazu möchte ich sozusagen noch mal ein kleines Update geben und neue Bilder zeigen.

Eigentlich führt mein Handwerksdisplay – wie ich in diesem Artikel bereits erklärt hatte – ja nie zu wirklichen Rekonstruktionen historischer Stücke, sondern dient lediglich zum Vorführen der Technik an sich und ich verbringe weitaus größere Teile der Präsentationszeit mit dem Erklären der Technik und der Farbmischungen als mit dem eigentlichen Malen.

(mehr …)

So, ähem, ähem, jetzt hab ichs aber ordentlich lang schleifen lassen, dabei ist die Klamotte längst fertig….

Die Suche nach dem Herrenpfait auf Abbildungen in und vor unserer Zeit und vor allem unserer Region war gar nicht mal so einfach wie ich gedacht hatte. Tatsächlich gibt es zwar einige Abbildungen, auf denen das Pfait unter dem Rock hervorlugt, aber auf kaum einem sieht man mehr als einen dünnen Streifen Stoff.

Folgende Abbildungen hab ich mir dazu notiert: (mehr …)

Seidenstrickerei

02.12.2015 von Rotschopf in Textilverarbeitung

Ein kleines Work-in-progress für dazwischen:

Ich schlag mich ja nun schon eine Weile mit dem Stricken herum. Grundsätzlich ist mittelalterliches Stricken ja nicht besonders kompliziert, man muss ja nicht irgendwelche aufwändigen Zopfmuster und Stiche erlernen, mittelalterliche Strickereien beruhen, soweit ich das an vorhandenen Stücken gesehn habe, fast ausschließlich auf Sockenstich (rechte Maschen hin, linke zurück), der mit Norweger-Technik mit Mustern versehen wird.

ABER die historischen Stücke bestehen alle aus sehr feinem Seidengarn und dafür benötigt man sehr dünne, aber trotzdem stabile Nadeln. Nikolaus hat mir nun wirklich sehr schöne dünne gemacht und so hab ich mich jetzt einmal an die Arbeit gemacht, ich verwende dafür gezwirntes, pflanzengefärbtes Garn in braun und grün von Marled Mader, ein kleines Beutelchen für Nikolaus solls werden.

(mehr …)

Strumpfbänder

16.10.2015 von Rotschopf in Kleidung, Textilverarbeitung

Eigentlich hatte ich ja zwei hervorragende lederne Strumpfbänder mit Schnalle besessen, aber diese sind wohl irgend einer Veranstaltung zum Opfer gefallen, denn irgendwann waren sie spurlos verschwunden.

Also mussten neue her. Diesmal aus Wolle.

(mehr …)

Paternoster

15.10.2015 von Rotschopf in Kleidung, Knochen, Realien

Weil mir bereits vor geraumer Zeit  mein Paternoster abhanden gekommen ist (das kommt davon wenn man leicht alkoholisiert und mit Kopfhörern Metal auf voller Lautstärke hörend Ubahn fährt und dabei nicht merkt, wie sich schön eine Perle nach der andern vom Gürtel vertschüsst…), brauchte ich dringend was neues.

Dann hatte ich in Purgstall diese hervorragenden Korallenperlen entdeckt, aus denen sich sogar 50 Ave Maria und 6 Vater unser Perlen ausgingen.

(mehr …)

Spießblöcke

01.10.2015 von Rotschopf in Hafnerei, Historisches Kochen, Realien

Vorweg: Dies ist ein Bericht über ein misslungenes Experiment.

Für unsere Burgbelebung der Bachritterburg Kanzach wollten wir Grillhuhn. Und weil sich so ein köstliches Grillhühnchen nicht in der Pfanne machen lässt, brauchten wir eine Rost-Vorrichtung, mit der wir über der offenen Feuerstelle der Burg arbeiten konnten.

DSC_0725 DSCN7646

(mehr …)

Knochenflöte

13.05.2015 von Rotschopf in Knochen, Realien

Als ich noch ein Gromi war und auf Festen unterwegs, da hatte ich immer meine Flöten mit dabei. Ich hab ja seit ich 6 war bis zum zarten Alter von 22 regelmäßig Stunden genommen und war – das sag ich jetzt ohne Hochmut – eine nicht ganz unbegabte Musikerin. Dass die Pläne meines Lehrers – ich solle doch am Konservatorium lernen – nicht aufgingen, lag hauptsächlich daran, dass ich ein furchtbar fauler Schüler war.
Das Spielen hat mir auch immer Spaß gemacht, aber mit der Recherche kommt die Erkenntnis, dass meine barocken Flötenmodelle leider nicht verwendbar sind und dann wars im Hobby relativ schnell vorbei damit.

Kürzlich lag mir dann mein Vereinskollege  Nikolaus in den Ohren, jemand müsse doch auch mal für musikalische Unterhaltung sorgen auf den Veranstaltungen (und ich Großmaul hatte schon mit meiner Musikalität geprahlt und bin da das willige Opfer). Da mein Geldbeutel derzeit klein und meine Darstellung einfach ist, wollte ich etwas, einfaches, hirtisches, schlichtes.

Auftritt: die Knochenflöte.

(mehr …)

Anlässlich des „Straw hat month“ April hab ich mich wieder an ein liegengebliebenes Projekt gesetzt, den Strohhut in der Technik der Lengbergfunde. Den hatte ich eigentlich im August schon auf der Bachritterburg begonnen. Da ich kürzlich für eine andere Darstellung von mir mit Hüten aus Strohborten experimentiert hatte, hatte ich noch sehr viel Material übrig.

(mehr …)

DSC_0707_2883Wie bereits vor einigen Wochen berichtet, habe ich mir für dieses Jahr ein stilltaugliches Kleid genähtwelches gottseidankauch trotz definitiv größerer Brustweite als beim Zuschneiden im Herbst noch gut passt.

Einzig die Ärmel werde ich wohl nochmals neu nähen müssen, da die schon vorher eng waren, jetzt aber irgendwie unangenehm sind, aber gut, das ist weiters kein großes Drama!

Heute kamen wir endlich dazu das Kleid jedoch dem eigentlichen Zweck hin auf Praktikabilität zu untersuchen. Als Unterkleid diente eines meiner alten Unterkleider, welches mittig einen Schlitz bis knapp unter der Brust bekam.

(mehr …)