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Angekommen – oder: Unser Wochenende auf der Bachritterburg Kanzach

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Also ich vor einigen Jahren mit diesem Hobby begann, hätte ich mir Dinge wie eine Burgbelebung nie vorstellen können, aber jetzt weiß ich, dass es genau das war, wovon ich immer geträumt hatte. Das Handy ausschalten, das Burgtor schließen und angekommen sein im Mittelalter.

Diese Erfahrung durften wir letztes Wochenende machen. Auf Einladung von Forachheim 1248 Andre Henning (der übrigens auch eine hervorragende 14. Jhdt Garderobe hat) und dem Wendeschuhmacher Klaus Oechsler durften wir an einem gemeinsamen Wochenende unter dem Motto „Wurstpelle & Schellenkranz“ auf der Bachritterburg Kanzach in Deutschland teilnehmen. Die VA stand unter dem Fokus des späten 14. Jhdts. stattfand.

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Schon Monate vorher freuten wir uns irrsinnig auf diese uns gegebene Gelegenheit, endlich das zu tun, worauf wir hier in Österreich bis jetzt immer vergeblich gehofft hatten. Dem Mittelalter nämlich so nah zu kommen wie es geht.

Zusammen mit 25 anderen Darstellern besiedelten wir Freitag abends nach gut 600 km Autobahnfahrt das Gelände des Freilichtmuseums und schlugen unsere Strohsäcke auf dem Dachboden des Gesindehauses auf.
Nach 8 Stunden Anreise mit reichlich Staus, waren wir entsprechend geschafft und traten nach einer kleinen Plauderrunde samt Nähkränzchen den Weg in die Betten an.

 

Am nächsten Tag hieß es dann früh aufstehen, Brei, Brot und Käse zum Frühstück und danach wurde die Arbeit angetreten.

Christina hatte Waschtag angesagt und bearbeitete gemeinsam mit Wäscherinnen-Kollegin Nini bewaffnet mit Aschelauge, Kochtopf und Pleuel große Körbe voll Schmutzwäsche (mehr dazu bald) und ich war in der Küche eingeteilt, damit auch alle am Abend etwas zu essen hatten.

Aber nicht nur das gabs zu sehn. Es wurde frisches Brot gebacken, im Garten gearbeitet, Messer geschliffen, Kinder gehütet und gebadet und genäht, selbst Butter und Senf gemacht und – mein persönliches Highlight – selbst Wurst gemacht. Dazu mussten wir mehrere Kilo Fleisch und Fett per Hand zu Hackfleisch verarbeiten und danach in einen Darm pressen, eine mühseelige Arbeit. Aber am Ende zahlte sie sich aus. Denn wer kann schon von sich behaupten, auf historische Art selbstgemachte Würstchen zum Abendessen zu bekommen? Dazu gab es übrigens Kohlgemüse und Lauchmus  und das selbstgemachte Brot mit der selbstgemachten Butter darauf sowie gebackene Käsebällchen. Es war absolut köstlich!

Den Abend ließen wir noch beim Schein der Talglampe in gemütlicher Runde ausklingen.

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Die Nacht war zumindest für mich sehr kurz, denn schon früh morgens am nächsten Tag ging es weiter, zuerst hübsch machen für den Tag des Herrn, dann Brei kochen für die Truppe und anschließend gemeinsames Frühstück. Heute war – ganz wie im Mittelalter der große freie Tag für alle, es wurden Spiele gespielt, genäht und die Kinder durften toben gehen. Alle trugen ihren feinen Sonntagsputz und mussten sich dann auch vom Pfarrer sagen lassen, die Putzsucht wäre zu unterlassen. Noch dazu gab es besonderen Besuch! Ein feiner Herr aus Nürnberg gab uns die Ehre, und da er an der Tochter der verwitweten Schwägerin unseres Herren Interesse hat, gaben wir natürlich alle unser Bestes, um unserem Herrn keine Schande zu bereiten!

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Anschließend gab es ein zweigeteiltes Mahl für alle. Die Herrschaft aß im Turm feinstes Geflügel, das Gesinde im Hof Schweinefleisch-Rotwein-Eintopf und es gab für alle außerdem Erbsenmus, Käsemakkaroni und als Nachtisch Kirschpudding und selbst gemachtes Marzipan. Himmlisch sage ich euch!

Leider war unser Wochenende viel zu schnell vorüber. Die Atmosphäre der Bachritterburg war einfach großartig und ließ uns für kurze Zeit tatsächlich eintauchen in das Leben vor über 600 Jahren. Totmüde kamen wir zu Hause an, aber wir wissen schon jetzt, dass das zumindest wenn es nach uns geht nicht das letzte Mal war!

Danke noch einmal an unsere Gastgeber André, Klaus & Johanna und an alle anderen Anwesenden, ihr habt gemeinsam dieses Wochenende zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht, an welches wir uns lange und gerne zurückerinnern werden!

Hier gibts noch mehr stimmungsvolle Aufnahmen der Veranstaltung.

Und der liebe Andy B. hat zusätzlich ein sehr schönes Video mit Eindrücken von dem Wochenende gebastelt:

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2 Kommentare auf "Angekommen – oder: Unser Wochenende auf der Bachritterburg Kanzach"

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Hallo Mädels,

Schön, dass Ihr da wart!!! Ihr wart eine große Bereicherung für unsere Veranstaltung und seid uns jederzeit wieder willkommen!

Viele Grüße,

André

Wir freuen uns bereits auf die nächste Gelegenheit euch „heimzusuchen“ 🙂 War einfach der Hammer mit euch!!!

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