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Am Anfang war der S-Haken…

… und einiges an Improvisation.

Wisst ihr eigentlich wie schwer es ist geschmiedete S-Haken zu finden?
Es gibt reihenweise S-Haken in Edelstahl, mit Spitzen und in allen Größen…nur geschmiedet?

Nö.

Also, was liegt näher als einfach mal ca 7 Euro auszugeben und ihn sich selber schmieden 😉
Und dazu brauch man garnichtmal viel, die Grundvoraussetzung ist allerdings ein Garten oder eine Möglichkeit in Ruhe draußen zu arbeiten.
Ein paar Holzbretter, Nägel (oder Schrauben), Ytongsteine, einen billigen Haarfön und ein kurzes 1/2 Zoll Rohr mit Kappe.

Bei mir waren die Holzbretter vom Betonieren noch übrig, und damit gratis, ebenso die Ytongsteine vom Badezimmer bauen letztes Jahr 😉
Der Fön war auch da, schließlich will der Griller hin und wieder angefacht werden, man kriegt solche billigen Föns aber schon um unter 10 Euro beim Elektro-Modellbau-sontiges Fach und Versandhandel mit blauem Logo und großem C am Anfang 😉

Das Rohr gibts in jedem Baumarkt (in habe ein 1/2 Zoll Rohr mit ca 50 cm Länge gekauft + Endkappe) .

Und so sieht diese kleine Esse aus:

 

Eine Stange Vierkantstahl mit ca 5 mmx5mm war auch noch da, also ab damit ins Feuer, Fön eingeschalten und schon beginnt die Holzkohle durch die Belüftung von unten (Rohr mit vielen Löchern drin) richtig heiß zu glühen.

Und kurz darauf auch der Stahl der drin liegt 😉

So, nun habe ich ja noch keinen richtigen Amboss … und auch keinen akzeptablen Ersatz  (die klassische Eisenbahnschiene .. jeder der in seiner Lehrzeit auch mal geschmiedet hat wird diesen Tip gesagt bekommen haben vom Meister 😉  )
Also, kurzerhand mußte diesmal der Vorschlaghammer als Improvisation herhalten … was erstaunlich gut funktionierte.


Langsam formt sich ein S-Haken daraus … zum Glück liegt dort Splitt neben dem Hammer … sonst würd er ständig wegrutschen beim Rundschmieden 😀

So, noch gerade richten und schon ist der S-Haken fast fertig…

Da der Querschnitt doch etwas klein ist und der S-Haken sich bei etwas Gewicht nicht gleich schleichend aufbiegen soll, habe ich ihn noch gehärtet und angelassen.
Und nachdem ich natürlich keinen Härteofen habe und auch keine genaueren Daten über den Stahl, mache ich das wie damals in der Lehrzeit gelernt mittels Anlassfarben Tabelle bzw Restwärme beim Härten.

Und nun ab in den Kübel, bisschen rühren und schnell wieder raus kurz bevor es aufhört zu brodeln…theoretisch jedenfalls.
Praktisch habe ich den Zeitpunkt recht gut erwischt, es hat unter dem Zunder tatsächlich etwas bläulich geschimmert.

Und so sieht es aus wenn es ausgekühlt ist.
Mit dem Improvisationswerkzeug im Hintergrund 😉

Erster Versuch mit der Esse erfolgreich abgeschlossen.
Inwiefern diese Form eines S-Hakens für das frühe 14.JHD belegbar ist weiß ich nicht, aber ich denke nach einiger Recherche findet man sogar Bilder von S-Haken 😉

Als nächstes muß besagte Eisenbahnschiene her um als Amboss zu dienen … dann werde ich mich an den ersten Messerschmiedversuch machen.
Ausgangsmaterial wird eine alte Feile sein … oder ein alter Meißel…mal sehen was ich so finde in meiner Hütte, oder am Schrottplatz.

Ich habe schon mein Holtmann PDF ausgegraben und bin am studieren zu den Formen bzw der Angeltype.
Da es ja dort leider keine Funde aus Österreich gibt, werde ich mich auf die aus Polen beschränken, da aufgrund der Handelswege es ja durchaus logisch ist daß da einiges von Polen durch Österreich nach Deutschland kam…

Bei besseren Ideen, oder sogar Funde aus Wien (frühes 14.JHD), bitte bescheid sagen, das würde die Entscheidung erheblich vereinfachen 🙂

 

So, das war mein erster Blog Beitrag  für die Wienischen Handwerksleute.
Ich selber (bzw meine Frau) sind in der IG14, aber keine Wienischen, jedenfalls nicht daß ich das schon wüßte 😉   (ja, die liebe Christina und deren Köderfähigkeit :p )

In diesem Sinne, bis zum nächsten Blog Beitrag, entweder über schmieden oder färben.

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4 Kommentare auf "Am Anfang war der S-Haken…"

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Also ich hab‘ ein Stück Eisenbahnschiene. Und es hat auf einer Seite sogar einen Spitz! 😉

Ich hätte nur ein Elektroschweißgerät (ein sehr altes geerbtes) und eine Lötlampe anzubieten … beides eignet sich leider nicht so toll *gg*

Viel wichtiger wäre nun besagter Ambossersatz … es is leider ned leicht da was zu finden…

Wer zufällig ein Autogenschweißgerät zuhause herumstehen hat, der kann auch dieses als kleine Alternative zu einer echten Schmiedeesse verwenden 😉
Allerdings ist euer Aufbau zweifellos viel spannender 😀

*pfeif* wie war das: Ihr habt nur eine einzige Wahlmöglichkeit… und ein Nein ist darin definitiv nicht enthalten :-p

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