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Färbeanleitung: Indigo / Färberwaid

Bei Indigo handelt es sich um einen sogenannten Küpenfarbstoff.

Indigo selbst ist wasserunlöslich und muss daher erst einer Reduktion in alkalischer Lösung mit Natriumdithionit unterzogen werden. Dadurch in wasserlösliche Form überführt, zeigt sich bei der Erwärmung auf ca. 50 Grad Celsius eine gelbbräunliche Farbe, das sogenannte Leuko-Indigo. An der Oberfläche bildet sich oftmals bläuliche Blasen, wo der Sud an die Luft kommt.

Der Stoff wird in dieser Flüssigkeit getränkt und dann an der Luft zum Trocknen aufgehängt. Durch Reaktion mit dem Sauerstoff erfolgt eine Rückoxidation des löslichen Leuko-Indigos zum unlöslichen blauen Indigofarbstoff.

Während seit der Antike zur Küpenherstellung Urin, d.h. Harnstoff, als Reduktionsmittel, eingesetzt wurde, ist dies heutzutage allein durch Arbeit, Lebensumstände und schnell geruchsbelästigte Nachbarn kaum noch im Stadtgebiet möglich. Aus diesem Grund nützen wir zur Indigofärbung primär eine Reduktionsküppe aus Natriumdithionit (Natriumhydrosulfit, chemische Formel: Na2S2O4)  und Ätznatron (Natriumhydroxid, chemische Formel: NaOH).

 

Rezept:

Ansetzen der Stammküpe:

2,4 l Wasser

80 g Indigo

104 ml 25% Natronlauge

120 g Natriumdithionit

 

Auf ca. 50 Grad erhitzen, dann mit

ca. 60 l Wasser

30 g Natriumdithionit

45 ml 25% Natronlauge

mischen. Danach ca. 30 Minuten ruhen lassen und auf 50 Grad wieder erhitzen. Danach ist die Küpe bereit für die Färbung.

Mit diesem Rezept können problemlos ca. 15 m+ Wollstoff in versch. Blaunuancen gefärbt werden. Bei Waid ist bei gleicher Menge ca. 6 m Wolle ein hellblau zu erreichen, auf Seide lässt sich damit ein schönes mittelblau erzielen, wenn sie mehrfach eingetunkt wird.

 

Tipps:

–> Sobald die Oxidation vollständig abgeschlossen ist, gut auswaschen und im Essigbad ausspülen.

–> Nimmt man die selben Mengen für die Färbung mit Waid so erzielt man ein schönes hellblau; mit Indigopigment wird es sehr dunkelblau im 1. Zug.

–> Wichtig: Sparsam im Topf rühren bzw. auch den Stoff möglichst wenig darin bewegen!

–> färbt man Leder im Sud so wird dies in der Regel blau; durch einen unbeabsichtigten Überschuss an Natronlauge im Sud färbte sich das Leder bei uns Metallic-Kuperfarben

–> Knochen lässt sich blau färben – muss lange im Sud wirken bzw. häufig raus/reingenommen werden, bis der Farbstoff den Knochen penetriert, d.h. sich nicht mehr abreiben lässt.

–> auch Leinen lässt sich mit Indigo sehr schön in allen Farbnuancen von hell- bis dunkelblau färben!

 

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1 Kommentar auf "Färbeanleitung: Indigo / Färberwaid"

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Wie schaut denn das aus, wenn ich getrocknete Pflanzen habe. Wie muss ich die Dosieren?

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