Eine Damengugel in Kirschrot

Ich besitze ja bereits eine wärmende Gugel zum Knöpfen für meine einfache Darstellung und wenn es wirklich sehr praktisch sein muss für die Arbeit, zieh ich auch gern einmal die von meinem Mann über. Ich war aber schon länger unzufrieden mit dem Sitz meiner Damengugel und das Material passte auch nicht wirklich zu meiner kostspieligeren Klamotte. Daher brauchte es noch ein Modell, dass man über einen feineren Schleier tragen kann als modisches Accessoir, das dafür aber nicht wirklich großartig wärmen muss.

 

Für die Schnittrekonstruktion habe ich einen Querschnitt aus mehreren Schnittmustern von Originalfunden gewählt. Ein seitlicher Keil, ansonsten ein Stück und dazu ein kleiner angesetzter Zipfel. Zwar sieht man um die Jahrhundertmitte in Österreich noch wenig von Damengugeln, wie ich hier schon mal ausgeführt habe, aber in anderen Teilen Europas sieht man sie schon sehr häufig. Das erste Beispiel einer offen getragenen Frauengugel ist ja aus dem Codex Manesse aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Und in Frankreich und England ist da durchaus öfter auch mal ein Zipfel dabei.

Das Material ist Krappgefärbte, leinwandbindige Wolle von Medievalcrafts und Waidgefärbte Seide aus einem Reenactmentflohmarktkauf. Genäht habe ich mit Krapp- und Waidgefärbter Seide von Marled Mader.

Die Knöpfe sind leider etwas krumm geworden wegen dem dünnen Stoff, dafür bin ich ausnahmsweise mal mit meinen Knopflöchern sehr zufrieden.

 

 

 

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