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Caudle/Cawdel/Caudel – Ein Wintergetränk

Es ist Winter und von überall her kommen die Rezepte für Hypocras, ein wirklich gefährlich leckeres Zeug. Ich wollte aber schon länger einmal ein anderes Rezept ausprobieren. Caudel oder Cawdel.

Dieses Getränk scheint ein England-spezifisches Rezept zu sein und ist der Vorgänger des Butterbiers. Ja, ihr habt richtig gelesen. Butterbier is a thing und das abseits der Warner Brothers Erlebniswelten. Allerdings taucht das erst im frühen 16ten auf, daher hab ich mich jetzt einmal an ältere Rezepte gehalten.

Hier und hier gibt es eine tolle Übersicht über einige der vorhandenen Varianten. Wie ihr sehen könnt, sind die Rezepte vielfältig und ähneln sich oft nur entfernt untereinander. Vielen gemeinsam scheint zu sein, dass eine alkoholische Flüssigkeit mit Eidotter angedicht wird und mit Safran versetzt.

Die Zutaten:

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Ich hab mir englisches Brown Ale besorgt.  Weiters braucht ihr für einen halben Liter Caudel 3 Eidotter (von freilaufenden Hühnern bitte!), 3 Esslöffel braunen Zucker und ca 10-15 Fäden Safran, das war zumindest die Menge, die ich verwendet hab und das Ergebnis ist super geworden.

 

Herstellung:

Eigentlich ist es ein supereinfaches Rezept. Ich hab das Bier in einem Topf mit dem Safran erwärmt, bis es leicht zu dampfen angefangen hat, aber nicht kochte. Derweil habe ich den Eidotter und den Zucker mit dem Schneebesen schaumig geschlagen. Dann hab ich das Bier ganz langsam, Schluck für Schluck unter Rühren in die Eimasse gerührt, das ist wichtig, weil sonst das Ei gerinnt und ausflockt.

Wenn alles verrührt ist, wieder zurück auf die Hitze und leicht köcheln lassen, ca 5 Minuten lang, damit es noch etwas andickt. Jo. Und das wars, dann kann man es trinken.

 

Geschmackstest:

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Ich konnte es mir vorher selbst nicht vorstellen, aber der Caudel war wirklich sehr sehr lecker. Der Geschmack ist irgendwo zwischen Eierlikör und Kaffee mit einem Nachgeschmack von dunklem Brot, die Konsistenz ist wie Milch. Man schmeckt das Bier schon, aber der Dotter mildert den Geschmack und die Säure stark ab, es passt wirklich gut zusammen.

Ich persönlich kann mir das vorstellen als tolles Getränk zum Dessert an kalten Wintertagen. Vermutlich aber eher ein kleines Gläschen, es ist ganz schön füllend mit dem Dotter.

Ich würde gerne auch noch mal eine Variante mit Wein ausprobieren und eventuell eine mit Bier und weiteren Gewürzen, muss aber ehrlich sagen, dass das Brown Ale für den Geschmack des Endprodukts einen entscheidenden Einschlag macht, das nächste Mal versuch ich vielleicht ein zarteres und vor allem weniger bitteres Pale Ale. Das wird mir wohl noch eher zusagen.

 

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