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Alle Posts aus der Kategorie "Textilverarbeitung".

Ich hatte jüngst überaus überzeugenden falschen Goldlahn erworben und natürlich stehen jetzt einige Projekte auf meiner Liste, die ich immer schon einmal verwirklicht sehen wollte.
Eines davon ist ein goldbroschiertes Filetbändchen/Stirnbändchen, für das ich mich von einem Fund inspirieren hab lassen.

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Ihr kennt ja schon meine diversen Abenteuer mit der Haarnetz Knüpferei. Das Netz zu knüpfen ist allerdings eher der kleinere Teil davon, ein mittelalterliches Haarnetz zu gestalten. Während es zB in den Londonfunden und auf Abbildungen immer wieder gänzlich unbestickte Exemplare gibt, ist die Masse der noch erhaltenen Netze großflächig bestickt.

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Ja, die Kreativität meiner Titel lässt reichlich zu wünschen übrig, allerdings benutze ich meinen Blog ja auch gern als Recherchereferenz und es hat sich als äußerst lästig für die Schlagwortsuche herausgestellt, wenn der Titel nicht viel zum Inhalt sagt :-D

Hier möchte ich noch ein kleines Webstück vorstellen, das ich für eine junge Darstellerkollegin gefertigt habe.

Einiges zur Belegslage von textilen Stirnbändern (Schapel) habe ich ja in diesem Beitrag hier schon zusammengestellt.

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Ein kurzer Dokumentationsbeitrag für eine kleine Spielerei:

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Ich konnte nicht widerstehen, eine weitere tolle Textquelle umzusetzen und noch einen Beitrag zur #pluckingroses Challenge zu machen.

Meine Rekonstruktion leitet sich diesmal aus einer Gerichtsakte aus dem Ende des 13. Jahrhunderts ab. Es handelt sich um die Akte einer gewissen Frau Bertolina, genannt „Guercia“ aus Bologna, die wegen Sodomie (also dem, was man damals als unnatürliche Sexualpraktiken verstand) vor Gericht stand. Genaueres über ihre wahrlich faszinierende Geschichte lässt sich in diesem Artikel hier finden. Ich kann die Lektüre wirklich empfehlen, denn Bertolina war wohl eine wirklich ungewöhnliche Frau und meiner Meinung nach ein Bild weiblicher Emanzipation im Mittelalter.

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Bei der Rekonstruktion von mittelalterlichen Lebenswelten und insbesondere mittelalterlicher Kleidung gilt es immer, eine feine Balance zu bewahren. Grade wenn man keine 20 mehr ist, stellt sich bei der Suche nach dem realistischen Bild einer Zeit für den Besucher auch immer die Frage nach den Figuren der mittelalterlichen Gesellschaft, die nicht der aktuellsten Mode gefolgt sind, die körperlich arbeiten, stark religiös sind oder generell eher konservative Ansichten pflegen. Dass es Menschen mit konservativem Blick auf modische Strömungen gibt, das stellen wir ja immer wieder fest, wenn wir zeitgenössische Moralschreiber heranziehen, wenn wir Luxusgesetze und Kleiderordnungen konsultieren und wenn wir Erbregister und z.B. weltliche Briefkorrespondenz lesen.

Aber die Entscheidung, welche Kleidungselemente zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Region als konservativ oder fashion-forward wahrgenommen wurden, ist immer eine schwierige. Man wägt zwischen weltlicher und religiöser Malerei, zwischen dem, was Moralschreiber anprangern und was sie befürworten, zwischen lokaler Tradition und ausländischen Einflüssen.

Gerade plane ich an einem modischen, ziemlich ungewöhnlichen Kleidungsstück für meine Handwerkersfrau um 1350 und bei der Recherche bin ich auch über viele, viele Abbildungen gegangen, die sehr viel rückständiger waren, als das in anderen Ländern zu dieser Zeit schon möglich war, was man vereinzelt auch schon in der lokalen Kunst sieht. Ohne Frage gibt es auch noch diese Strömungen in der Modewelt meiner Zeit.

Ich beschloss daher, um mein Repertoire zu erweitern, müsste ich auch eine Variante des Suckls machen, das diese Weltsicht widerspiegelt und habe dieses dazwischengeschoben.

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Ich hab schon so viele Artikel zu Haarnetzen geschrieben (Siehe Blogkategorie Filetknüpfen), ich weiß gar nicht mehr, was ich noch groß dazu sagen soll. Darum einfach nur ein paar Impressionen. Ein Netz in cochenille-weinrot und seine hübsche Besitzerin. Seide wie immer von Marled Mader – Archäotechnik textile Fläche

Es ward im Jahre unseres Herrn 2020, da kamen die Reenactor in Scharen zusammen zu Hochwang, um sich des Lebens zu erfreuen, sich die Bäuche vollzuschlagen und ihre sterblichen Körper im Wasser der Günz von allen Sünden zu befreien, auf dass die widerlich‘ Seuch‘ an ihnen vorbei geh’n möge. Dort ward ich Zeuge, wie die Jungfrau Helena, vom brennenden Feuer des heiligen Geistes durchströmt, dem Teufel garselbst im Körper eines fürchterlichen Untiers, einem Dachs nicht unähnlich entgegentrat und siegreich aus diesem Kampf zwischen Himmel und Erde, zwischen Licht und Dunkelheit hervortrat. Von Ehrfurcht ergriffen ergatterte ich ein Stück ihres blutigen Kleides und brachte es heim nach Wien, ihm ein Behältnis herzustellen, das dem bezeugten Wunder gerecht werden könne. So sehet, was ich ersann’….

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Mehr Bilder, weniger Text habe ich mir vorgenommen. Also los:
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Kurz und knackig diesmal: Ein neues Haarbändchen ist entstanden, inspiriert von einem in den London Funden enthaltenen Band aus der 1. Hälfte 14. Jahrhundert.

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