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Die Handwerks-Fresken des “Palazzo della Ragione” – Padua

Im Zuge unseres Italienurlaubes verbrachten mein Mann und ich zwei Tage in Padua. Die Stadt ist für jeden Mittelalterbegeisterten, v.a. des 14. Jh., einen Besuch wert – die Menge an einzigartigen Fresken ist unglaublich! Der einzige Nachteil: fast alle damit geschmückte Kirchen haben ein striktes Fotoverbot. Einziger Wermutstropfen: die günstigen und schön gestalteten Bildbände, die es in jeder Location zu kaufen gibt.

Eine seltene Ausnahme stellte der “Palazzo della Ragione” dar. Dieser Palast wurde im 14. Jh. von Giotto komplett ausgemalt – nur um wenige Jahrzehnte danach im Rahmen eines Brandes ziemlich in Mitleidenschaft gezogen zu werden (*damn*). Im Folge des Wiederaufbaus wurde der Palast zwischen 1425 und 1440 neu ausgemalt. Die Fresken sind somit zwar für unsere Zeitstellung nicht mehr unbedingt als Quelle brauchbar, die Dimensionen des Raums und die Thematik der verschiedenen Zünfte und Handwerke der Stadt stellen jedoch eine wunderschöne Sammlung an für ein Handwerk benötigte Objekte bzw. Abläufe dar.

Ich habe versucht möglichst alle Bilder des riesigen Raums zu fotografieren, die Handwerksrelevanten zusätzlich noch im Detail. Da jedoch Blitzverbot war und die Spiegelreflex nach ca. 300 Fotos auch nicht mehr leicht in der Hand liegt, sind die Aufnahmen halt ab und an verwackelt ;)

Viel Spaß beim Durchklicken der Galerie!

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Troll TV goes Baby TV

Da wir gerade voll ins Babyfieber gekippt sind, darf natürlich auch ein Eintrag im Rahmen des Troll TV nicht fehlen.

Auf Facebook stießen wir auf diese recht interessante BBC-Dokumentation zum Thema Schwangerschaft & Geburt im Mittelalter:

Medieval Lives Birth, Marriage, Death Episode 1 A Good Birth”

Viel Spaß beim Ansehen … und gottseidank leben wir im 21. Jh. ;) !!!

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Babys Erstausstattung Pt.1 – Vom Wickeln

Wie bereits gestern im Post erwähnt, erwarte ich im Februar Nachwuchs, und irgendwie hab ich dahingehend endlich wieder einen Motivationsschub auch in Punkto Mittelalter praktisch wieder aktiv zu sein, weshalb ich mich dieses Wochenende einmal damit beschäftigt habe, eine Basisausstattung zum Wickeln, oder Pucken wie es heutzutage heißt, des Kleinen vorzubereiten.

Ob er es dann auch zulassen wird (Kinder sind ja selten vorhersehbar ^^) wird sich ja noch zeigen, aber ich werde es zumindest versuchen ;)

Zum Wickeln benötigt es an sich nicht viel. In der Regel sieht man auf Abbildungen des 14. Jh. Kinder nur straff mit Leinen(oder Seiden?)-Bandagen umwickelt, ab und an auch in Kombination mit einem Leinentuch oder wollenen oder seidenen Stofftuch, sieht man doch immer wieder auch farbig gewickelte Kinder (z.b. hier, 15. Jh.)

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Das Ende des “Lebendigen Museums” – oder doch ein Neuanfang!

Niko hat in seinem Blog die Gedanken, die uns in den letzten Tagen und Wochen beschäftigt haben, wunderbar auf den Punkt gebracht:

“Mit dem heutigen Tag geht ein ereignisreiches Belebungsjahr zu Ende. Zu früh und vor der Zeit. Schade? Ja, definitiv!

Mit großem Erfolg und sehr positiver Resonanz unserer zahlreichen Besucher konnten wir seit 1.März an jedem ersten Samstag im Monat unser Hobby in passender Kulisse den Interessierten näher bringen. Und es war ein schönes Jahr! Viele Themen die wir den Interessierten schon immer näher bringen wollten haben wir präsentiert und es bleibt nur zu hoffen, das es unseren Besuchern ebenso gefallen hat wie uns!

Doch jedes Projekt möchte wachsen, sich verbessern und sich an die nötigen Veränderungen anpassen, dem “Lebendigen Museum” ging es da nicht anders. So viel Erfahrung auf dem Gebiet lebendiger Geschichtsdarstellung zu haben wie wir, nährt auch die Erwartungen die man an dieses faszinierende Gebiet der Geschichtspräsentation hat. Und diese Erwartungen zu erfüllen wird immer unser Ziel sein.

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Abendrot über dem Kornspeicher

Winter is coming – und Vereins-Nachwuchs auch ;)

Nun ist es soweit! Die Saison ist für heuer in Punkto Mittelalter zu Ende, kurz: jetzt kommt der Winter!

Und auch wenns vielleicht im Unterschied zu anderen langen und schlussendlich doch wieder viel zu kurzen Wintern nicht viele offene Kleiderprojekte gibt, so gibt es doch Arbeit. Wieso?

Einerseits gilt es noch einige Handgriffe für das Stadtmuseum Hainfeld (NÖ) zu machen, welchem wir im Laufe des Frühjahrs/Sommers für einen kleinen Teil der neuen Ausstellungsobjekte beratend zur Seite gestanden sind. Wenn alles klappt, werden wir 2015 dann auch einen Museumstag dort mitgestalten, Infos folgen sobald ein Termin vereinbart worden ist.

Und – eigentlich die News des Jahres:

Weil unser Verein mit Februar 2015 (sehr wahrscheinlich) männlichen  Nachwuchs erwartet –  und da der Krümel dann mit Ende Mai wohl schon auf seine erste Bachritterburg-Veranstaltung (und Mitte Juni erste Römer-VA) darf, heißt es eine komplette altersgemäße Kinderausstattung inkl. Schlaf- und Beschäftigungsequipment auf die Beine zu stellen.

Ein einfaches Umstands-/Stillkleid ist bereits in Arbeit, hier wird es hoffentlich bald die Fotos des Endprodukts mit wohl bald richtig dickem Babybauch geben, Hebammenfotos inklusive dank dem tollen 14.-Jh.-Trios aus Tirol, mit dem wir hoffentlich noch viele gemeinsame Veranstaltungen bestehen können. ;)

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Bachrittertage 2014

Gerade kommen ich, Thomas und Tanja von einem großartigen Wochenende auf der Bachritterburg Kanzach wieder. Wir waren eingeladen zu den Bachrittertagen, einer zweijährlichen Veranstaltung in Kanzach mit über 100 Darstellern hoher Qualität aus dem 13. und 14. Jhdt.

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Lebendiges Museum – “Von der Kuh zum Schuh” 2.8.2014

Anfang August fand wie üblich unser “Lebendiges Museum” auf der Burg Liechtenstein statt. Da der Sommer auch bei uns privat Urlaubszeit ist, war der Augusttermin von unserer Seite wieder nur gering besetzt. Da jedoch der Fokus auf dem Thema Leder lag, war dies für unsere Männer trotzdem leicht zu handeln.

Gezeigt und erklärt wurde die Herstellung von Schuhen als auch Gürteln, sowie die verschiedenen Schuhtypen des 14. Jh..

Durch die knappe Besetzung und weil uns urlaubsbedingt auch die Spiegelreflexkamera diesmal nicht zur Verfügung stand (ein Dankeschön hierbei an Sonja für ihre fotografischen Bemühungen trotz der wirklich widrigen Lichtverhältnisse), gibt es diesmal wirklich nur sehr wenige Aufnahmen vom Modul:

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Bachritterburg Kanzach, 15.-17. August 2014

Eigentlich möchte ich hier gar nicht zu viel Text hinterlassen. Gemeinsam mit der Gruppe Niedertor aus Südtirol und den Mädels der Gruppe Ausfall aus Tirol durfte ich ein wirklich schönes Wochenende auf der Bachritterburg Kanzach verbringen. Hier ein paar Impressionen meines Aufenthalts.

Danke noch einmal an meine Gastgeber für die königliche Bewirtung und die liebe Aufnahme, ich habe das Wochenende sehr genossen und tolle neue Leute kennen gelernt.

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Winter im Mittelalter

Weil unlängst wieder an diversen Orten über dieses Thema gesprochen wurde, hab ich mich mal eine Sammlung, die ich schon länger betreibe mit Bezeichnungen versehen und und ein paar Sachen zusammengestellt zur Inspiration, zum Amüsement oder sonstigen Verwendungszwecken. Wird laufend erweitert!

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Rekonstruktion einer Frauengugel (um 1350-60)

Ein weiterer Eintrag in unserer Rubrik Anleitungen, heute machen wir eine Damengugel, wie es sie hier in Österreich ab Mitte des 14. Jhdt gab. Ihr kennt ja vielleicht bereits das Modell von Firiel.

Eine genauere Besprechung zur Gugel findet ihr auf unserer Kopfbedeckungs-Seite. Den frühesten Bild- Nachweis in Österreich kennen wir aus dem Codex 1203 um 1340 in St Pölten.  Charakteristisch hier, wie bei vielen Frauengugeln, der kurze, nach vorne geklappte Zipfel und das kontrastfarbige Innenfutter, das über der Stirn umgelegt wird. Um 1350 erwähnt Heinrich der Teichner die Damengugel in einem seiner satirischen Gedichte.
Im Ausland tauchen zB sehr früh in der Maciejowski Bibel und dem Codex Manesse  (hier sogar mit einem Gugelhut für Damen) Bildbelege auf. Später häufen sich die Belege vor allem in Frankreich und England zB im Roman de la Rose oder im Lutrellpsalter.

Hier möchte ich eine Gugel nach den Londonfunden nachkonstruieren, da sie den meisten Bildbelegen nahekommt, die man zur Frauengugel kennt (nicht der flämischen, die ist ja noch mal anders geschnitten, weil offen). Ähnliche Formen finden sich zB auch in den Herjolfsnes-Funden (zB 75, 76 und 77)

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