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“Wien 1365. Eine Universität entsteht.”

Wie wir bereits berichtet haben beherbergt der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek aktuell noch bis 3.5. eine Ausstellung zur Geschichte der Uni Wien anlässlich ihres 650jährigem Bestehen. Sie ist damit eine der ältesten Universitäten Europas.

Rotschopf und ich haben vor ca. 2 Wochen die Ausstellung besucht und können für alle Fans des 12.-15. Jh. definitiv eine Empfehlung aussprechen angesichts der sehr schönen Präsentation.

Denn der Hauptfokus liegt ausnahmslos auf dieser Zeitepoche, dh. der inhaltliche Schwerpunkt endet mit dem 16. Jahrhundert. Verschiedene Dokumente und auch einige vereinzelte Realien aus dem universitären Bereich beleuchten die Glanzstunden der Wiener Universität. Nicht nur das Porträts Rudolfs IV. (normalerweise im Domschatz des Stephansdom ausgestellt) wird gezeigt, sondern auch die originale Stiftungsurkunde in dt. und lateinischer Sprache, sowie eine wunderschöne Replik des Grabtuches des Rudolfs IV. (Original ebenfalls im Domschatz von St. Stephan zu besichtigen).

Umrundet wird das ganze mit einer gigantischen Menge an Urkunden zur Universität sowie Handschriften aus dem 10.-16. Jh., der damaligen Zeit entsprechend vorrangig theologischer, medizinischer oder astronomischer Natur.  Einige davon auch aus unserer Zeitstellung und mit netten figürlichen Illustrationen versehen, die auch für uns unbekannt waren (und nun lässt uns das mit der Frage was da wohl noch an “Schätzen” der Bildkunst auf den nicht sichtbaren Seiten der Wälzer versteckt sein könnte ^^).

Um denjenigen die jedoch nicht die Zeit oder Entfernungsbedingte Möglichkeit haben in der Nationalbibliothek vorbeizusehen haben wir natürlich viele Fotos gemacht. Ihr findet sie HIER.

Auch gibt es einen sehr netten Ausstellungskatalog, Kostenpunkt ca. 40 Euro, mit vielen Großaufnahmen der Urkunden und Bücher, für diejenigen die neugierig auf mehr Informationen sind.

Detailinfos rund um die Ausstellung findet ihr HIER.

Übrigens als kleines Highlight: Für die Besucher gibt es kostenlos A3 Plakate mit einem kompletten farbigem Druck der Stiftungsurkunde zum Mitnehmen in deutsch oder englisch.

 

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Finally: Video-Mitschnitt zur “Männermode um 1350″

Lange haben wir die Männer da draussen “diskriminiert”, wie wir heute von einem lieben Bekannten angeklagt wurden, da wir ihnen unseren Videomitschnitt zum damaligen Modul zur Mode der Männer um 1350 auf der Burg Liechtenstein vom 7. Juni 2014 “vorenthalten” haben.

Gut, ich hab mich an der Nase gepackt, und habe die paar Stunden Ruhepause während Babys Schlaf genützt, um endlich das langausständige Video zusammenzuschneiden.

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Praxisversuch: Stillkleid Pt. 2 + Wickelkind

DSC_0707_2883Wie bereits vor einigen Wochen berichtet, habe ich mir für dieses Jahr ein stilltaugliches Kleid genähtwelches gottseidankauch trotz definitiv größerer Brustweite als beim Zuschneiden im Herbst noch gut passt.

Einzig die Ärmel werde ich wohl nochmals neu nähen müssen, da die schon vorher eng waren, jetzt aber irgendwie unangenehm sind, aber gut, das ist weiters kein großes Drama!

Heute kamen wir endlich dazu das Kleid jedoch dem eigentlichen Zweck hin auf Praktikabilität zu untersuchen. Als Unterkleid diente eines meiner alten Unterkleider, welches mittig einen Schlitz bis knapp unter der Brust bekam.

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Vorchtenauer Missale, 1465, bzw. 1482, Bilddetail

Anfängerleitfaden

In diesem Post möchte ich einige Inhalte unserer und anderer Seiten verlinken, mit denen Anfänger im Living History Hobby (mit Schwerpunkt 14. Jahrhundert) ihre Freude haben könnten. Es ist in Wahrheit nur eine Auswahl all der Inhalte, die wir hier für euch anbieten. Aber wir haben hier diejenigen gewählt, die für blutige Anfänger die entscheidenden Tipps geben können.

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Über das Handwerk

Weil ich mich gerade wieder mal etwas mehr in die Malerei einlese für eine andere Zeitstellung, möchte ich euch eine Weisheit hierlassen von Cennino Cennini, einem Künstler aus Italien zur Jahrhundertwende zum 15. Jahrhundert, der in seinem Grundlagenwerk der künstlerischen Techniken, dem “Libro de l’Arte” um 1400 schreibt:

“Most people make a practice of embellishing a wall with golden tin, because it is less costly. But I give you this urgent advice, to make an effort always to embellish with fine gold, and with good colors, especially in the figure of Our Lady. And if you wish to reply that a poor person cannot make the outlay, I answer that if you do your work well, and spend time on your jobs, and good colors, you will get such a reputation that a wealthy person will come to compensate you for the poor one; and your standing will be so good for using good colors that if a master is getting one ducat for a figure, you will be offered two; and you will end by gaining your ambition. As the old saying goes, good work, good pay. And even if you were not adequately paid, God and Our Lady will reward you for it, body and soul.”

(aus einer englischen Übersetzung von Daniel v. Thompson, das Original ist in italienisch)

 

Ein wahres Wort, arbeite gut und die guten Kunden kommen von selbst. Lässt sich doch auch schön auf das Reenactment an sich übertragen :-)

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#wien1365

Für alle Geschichtsinteressierten Stadtspaziergänger in Wien heißt es schnell sein, um diese Möglichkeit wahrzunehmen:

http://mobil.derstandard.at/2000012562214/Standorte-der-Uni-Wien-mit-Graffiti-getaggt

Anlässlich des 650 Jahr Jubiläums der Uni Wien haben sich StudentInnen etwas besonderes einfallen lassen. Frühere Standorte der Uni Wien wurden mit Kreidespray in ganz Wien sichtbar gemacht und getagged. Davon gibt es auch eine interaktive Karte, damit man sie sich vor Ort anschauen kann. Leider sind die Markierungen regenempfindlich und somit die Aktion nur temporär.

Übrigens steht das gesamte Jahr im Zeichen des Jubiläums mit zahlreichen Sonderveranstaltungen an der Unis.Hier finden sich alle Termine des Jahres: http://kalender.univie.ac.at/

Weiters findet in der Nationalbibliothek Wien von März bis Mai eine Sonderausstellung mit zahlreichen Exponaten vom Mittelalter, wie Buchmalereien und den Stiftungsbriefen Rudolfs IV. aus dem Jahr 1365, bis Neuzeit statt.

TTV

Troll TV – Das Mittelalter Experiment

Für alle Handnäher und Handwerker und Handarbeiter, die gerne nebenbei was gutes im Fernsehn gucken gibts Nachschub:

http://www.planet-schule.de/sf/php/sendungen.php?reihe=1344

Donau dann und heute

Ich wollte euch nur kurz etwas zeigen, was meine Mutter aus ihrem Archiv gekramt hat, ein alter Druck des Blicks vom Leopoldsberg auf die Donau aus dem 19. Jhdt.

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Hier sieht man die großteils noch unberührte Natur des Wiener Donauabschnittes vor der Begradigung und der Aushebung der Donauinsel. Ein vielgewundenes, weitläufiges Augebiet, wie es heute auch noch in den Abschnitten vor und nach Wien zu finden ist. Beeindruckend, wie der Mensch doch die Natur verändert und wie wenig von dem, was wir heute sehen, noch ursprünglich ist.

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Pflaster an der Freyung Wien

Für alle Wienspaziergänger hier ein kleines – in Wien leider selten gewordenes – Original aus dem Mittelalter. Auf dem Platz vor der Freyung hat man vor einiger Zeit schon ein Stück des alten Pflasters aus dem 12. Jhdt freigelegt. Man übersieht es leicht, weil oft Standler darauf und drumherum stehen. Hier kann man Geschichte unter den Füßen spürn.

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Herrenausstattung von 0 auf 100 – Teil 2, Bruoch

Für die Rekonstruktion einer passenden Bruoch hab ich mich mangels Funden an diversen Abbildungen orientiert. Vom Modell her sind sie alle sehr sehr ähnlich, etwa knie- bis oberschenkellang und oben etwas überweit.

Lombardei um 1365-1370
Interessantes Detail des Bruchengürtels und der Befestigung der Hosen

Buttigliera Alta, Italien um 1410
ein mit Knebel befestigter Beinling und Bruchengürtel Detail

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