Lilienfelder Chronik 1350   cod. 151 ; fol. 259

Arbeiten für Zwischendurch

Während mein geknöpftes Kleid zunehmend gedeiht und nur noch einige Kleinigkeiten fehlen, nützte ich die Osterfeiertage auch, um endlich die langgeplante Verzierung am grünen Höllenfensterkleid abzuschließen.

Lilienfelder Chronik 1350   cod. 151 ; fol. 259

Als Inspirationsquelle diente mir hierfür eine Abbildung aus der Lilienfelder Chronik, cod. 151, fol. 259. (Quelle: Institut für mittelalterliche Realienkunde)

Die roten Ränder am Überkleid können entweder Seide (von deren Gebrauch in den untersten Schichten u.a. 1336 die Leobner Chronik schildert) oder rotgefärbtte Pelze sein – beides im Bereich des Möglichen im 14. Jh..

Surcot Kreuzdornbeere

Da wir nun am letzten Liechtenstein-Termin mit Rotholz einen wunderschön dunkelroten Seidenstoff gefärbt hatten, entschied ich mich für diesen. Und ich glaube, das Ergebnis spricht für sich!

 

 

rosa Kleid

Being girlish :)

Wie ihr wisst, bin ich im täglichen Leben ja im Kindergarten als Pädagogin tätig. Damit einher ging irgendwann eine natürliche, & extreme Phobie vor allem was rosa ist – ein Übermaß an Barbie, Prinzessin Lillifee & Co sind schuld ;)

Trotzdem… irgendwie kann ich diesem pinken Rotholz-Touch nicht widerstehen! Und daher wurden damit auf der Liechtenstein gleich 6 m Wollstoff  für ein neues Nähprojekt, vom Stil her einordbar etwa in die 1350-1360er Jahre, in einem wunderbaren hellen rosarot gefärbt. Mehr verrat ich euch noch nicht – die Finger glühen ohnehin bereits ordentlich, weshalb ich hoffe dass es bald finale Bilder geben wird -, aber soviel sei noch gesagt: es wird Knöpfe geben… viiiiele, viiiele Knöpfe ;)


rosa Kleid

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Spanschachtelmalerei

Die Liebe zu Farben spiegelte sich auch in der Gestaltung ganz alltäglicher Gegenstände wider. Was wir heute unter dem Begriff “Spanschachtel” kennen, wurde im 14. Jhd. noch ganz einfach als “Schachtel” bezeichnet und war ebenfalls farbenfroh gestaltet. Dass die typischen Behältnisse, die in keinem mittelalterlichen Haushalt fehlen durften, oft richtige Kunstwerke darstellten, zeigt die Rekonstruktion der bislang ältesten Spanschachtel aus dem Augustinerchorfrauenstift Steterburg ebenfalls aus dem 14. Jhd.

Selbstredend, dass auch die Spanschachtelmalerei in unserem 2. Modul nicht fehlen durfte. Dabei entschied ich mich für die Eitemperatechnik, weil die Farben viel schneller trocknen als bei der Ölmalerei und die Bearbeitung der Schachtel so erleichtert wird. Obendrein hatte ich die Eitemperamalerei einmal in der Schule ausprobieren können und war damals schon von der Technik begeistert.

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Seccomalerei

Bei unserem Modul “Die Welt war bunt” habe ich diesmal ein Projekt ausgearbeitet, das ich schon lange als Wunschtraum gehegt hatte, aber mich nie getraut hab, es auszuführen. Die Seccomalerei ist ja nun ein Handwerk mit recht langer Vorbereitungszeit und besonders für die Vorführung materialintensiver als man denkt.

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Haarpinsel und Malequipment

Für unser Projekt Farbe habe ich mir endlich einen langgehegten Wunsch erfüllt und ein neues Handwerk erlernt. Dazu morgen hier mehr, aber zuerst musste natürlich das passende Handwerkszeug her.

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Ein Stoff, aus dem die Träume sind…

Schon lange liebäuglen wir mit einem bunt gemusterten Wollstoff, und nun war es letzten Sommer endlich soweit, dass wir den Auftrag dahingehend auch abschicken konnte. Nach langen gemeinsamen Planungen mit Sirko Galz, unserem Handweber des Vertrauens, ist der Stoff nun endlich in Arbeit und wird wohl in kurzer Zeit auch hier bei uns eintreffen!

Der Wollstoff in Leinwandbindung ist nach einem Londoner Textilfund des 14. Jh. abgeleitet, auch wenn die Farben nach unserem Geschmack angepasst worden sind. Gefärbt wurde das Garn mit Waid, Krapp und Reseda.

Nun heißt es nur noch sich für den genauen Schnitt zu entscheiden… bin da noch unschlüssig welche Art Überrock es werden soll…

 

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Ein Einblick in die Welt der Farbe – Lebendiges Museum 5.4.2014

Gestern fand unser 2. Modul des Projekts “Lebendiges Museum” auf der Burg Liechtenstein statt!

Als Thema hatten wir  “Die Welt war bunt” – Farbe & Farbgebung im Mittelalter  gewählt, ein auch für uns großteils komplett neues Thema. Bereits im Winter hatten wir angefangen das Thema etwas zu recherchieren, wobei die Hauptarbeit in den Wochen zuvor stattfand. Hier sei ein großes Dankeschön an Agnes, Andrea und Doris auszusprechen, welche sich drei für sie komplett neue Handwerke angeeignet und soweit in den letzten Wochen und Tagen vorbereitet hatten, dass diese vor Publikum praktisch ausführbar waren.

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April, April: “Die Welt war bunt” auf Burg Liechtenstein!

Diesen Samstag, den 5. April, geht es weiter mit unserer Serie “Lebendiges Museum” auf Burg Liechtenstein.1972338_391914330948643_23391756_n (1)

Thema dieses Monat ist “Die Welt war bunt” – Farbe & Farbgebung im Mittelalter und wir zeigen ein paar ganz neue Handwerke aus unserem gemeinsamen Repertoire und erklären natürlich dem geneigten Besucher alles zum Thema Pigmente, Farbe und Farbigkeit im 14. Jhdt..

Euch erwarten in Theorie als auch Praxis beispielsweise:

  • Pflanzenfärberei
  • Secco-Malerei
  • Spanschachtel-Bemalung
  • Zeugdruck
  • Lederfärbung
  • Pinselherstellung
  • Gefärbte Speisen

Es wird also sicher spannend! Schaut vorbei!

 

(C) Bundesdenkmalamt Österreich

Coming soon: Die Publikation des Wr. Neustädter Schatzfundes!

Vor einigen Wochen haben wir eine Ankündigung zu einem Vortrag vergangenen Mittwoch rund um den Wr. Neustädter Schatzfund gepostet. Da dieser hier in Wien stattfand, gab es für uns natürlich keine Ausrede, diesem nicht beizuwohnen – eine Entscheidung die sich als absolut richtig herausstellte.

Organisiert von dem Verein “Freunde Carnuntums”, hielt der mit der Aufarbeitung des Wr. Neustädter  Schatzfundes beauftrachte Archäologe Mag. Nikolaus Hofer vom BDA, einen ca. 1stündigen Vortrag unter dem Titel “Der Spätmittelalterliche Schatzfund von Wiener Neustadt”, in welchem er einen detaillierteren Überblick über das Fundgut gab, als bisher von den Medien präsentiert.

Nachfolgend ein kleiner Einblick in unsere Mitschriften, auch wenn wir natürlich kein aktuelleres Bildmaterial als das der Medien bzw. von der Ende April 2011 stattgefundenem Informationsvortrag des BDA  dazu bieten können! Sofern vorhanden, habe ich versucht entsprechende Bildbeispiele direkt bei den entsprechenden Gruppen zu verlinken!

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Ein wahrer Knochenjob …

Unser lieber Renger (manche kennen ihn bereits von den Gentes Danubii einige Jahrhunderte früher) ist ja seit kurzem auch beim IG 14-Verbund  mit dabei und hat sich – da schon lange eine kleine Leidenschaft bei ihm – sofort in das Thema Knochenschnitzerei gestürzt. Da er nun aber keinen eigenen Blog hat, haben wir mit ihm vereinbart das wir seine Werke über unseren Blog mit euch teilen dürfen, damit ihr auch in den Genuss seiner Arbeiten kommt!

Als “Erstlingswerk” in Punkto Mittelalter  entschied Renger sich der Hausforderung willens für einen zweiseitigen Dreilagenkamm aus, wie es ihrer u.a. auch in London (vgl. Fundnr. 1719, S. 368, “Dress Accessories”) oder Schleswig (vgl. z.B. Tafel 76, “Die Verarbeitung von Knochen, Geweih und Horn im mittelalterlichen Schleswig”) für etwa die 1. H. des 13. Jh. herum nachweisbar gibt, wobei sein Werk vorwiegend an letzteren Fund angelehnt ist.

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